Was ist eigentlich grüne IT/Green IT?

Grüne IT oder Green IT ist das Studium und die Praxis der effizienten und umweltfreundlichen Verwendung von EDV-Ressourcen. Das vorrangige Ziel der Green IT ist es, ähnlich wie Green Chemistry, eine Verringerung der Verwendung von gefährlichen Materialien, eine Maximierung der Energieeffizienz während der Lebensdauer des Produkts und eine Förderung der Recyclingfähigkeit einschließlich biologische Abbaubarkeit von ausgedienten Produkten und Abfällen voranzubringen.

Moderne IT-Systeme stützen sich auf ein kompliziertes Zusammenwirken von Menschen, Netzwerken, Software, Hardware und Orgware. Green IT umfasst die Zufriedenheit der Endbenutzer, die Notwendigkeit einer Management-Weiterentwicklung, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, die Entsorgung von Elektronikschrott, die Telearbeit zur Einsparung von Fahrzeiten, die Virtualisierung von Server-Ressourcen, effiziente Energie-Nutzung und weiteres mehr.

Bereits seit Beginn der 1990er Jahre wurde die Green IT als Thema wirksam. Hier wurde von der amerikanischen Environmental Protektion Agency die Energy-Star-Kennzeichnung entwickelt, um die sparsame Energie-Nutzung von Monitoren anzuzeigen. Das Prüfsiegel gibt es immer noch, und man sollte nur solche Monitoren kaufen, die es tatsächlich beanspruchen können. Gleichzeitig entwickelte die schwedische TCO-Organisation ein Zertifizierung-Programm für niedrige magnetische und elektrische Emissionen für CRT-basierten Computer.Inzwischen gibt es weltweit eine Vielzahl von entsprechend ablaufenden Initiativen.

Ist Grüne IT aber nur eine Hype, die man nicht ernst nehmen muss?

Zwar schießen Aufklärungswebsites und andere Initiativen der Hardware-Produzenten und Software-Entwickler wie Pilze aus dem Boden. Doch es entsteht auch der Verdacht, dies wäre eine Marketingstrategie, die nur mehr Produkte in die Büros und Wohnungen der Kunden bringen werde.
Aber man sollte sich klarmachen: Die Energiekosten werden weiter rasant steigen, ebenso der Umfang und die Vielfalt der digitaler Kommunikation. Der Gesetzgeber schreibt zunehmend strengere Richtwerte für Computer und andere elektronische Geräte fest. Also müssen die Unternehmen und Kunden reagieren. Aber wie?

Zum einen werden sie verstärkt auf Umwelt-Siegel und Effizienz-Kriterien achten. Der Erfolg von TCO weißt darauf hin, dass ab einen bestimmten Schwellengrad der Akzeptanz kein Gerät mehr ohne das entsprechende Siegel verkaufsfähig ist. Das TCO-Gütesiegel gibt es nicht nur auf Bildschirmen sondern auch auf Desktoprechnern, Laptops, Mobilfunk-Geräten und bestimmten Möbeln. Geprüft werden Energieeffizienz, die Emission elektromagnetischer Strahlung, die Brandsicherheit sowie ergonomische Aspekte der Nutzung.

Der ECO-Kreis hat ein Prüfzeichen des TÜV Rheinland ins Leben gerufen, das sich an der ISO Norm und den Bestimmungen der EU orientiert.

Der Blaue Engel bescheinigt die Umweltverträglichkeit von Materialien, Stromverbrauch und ergonomische Gesichtspunkten für die Verbraucher.