Anonym Surfen im Internet

Anonymität ist wichtig und zwar auch im Internet. Leider übermitteln die meisten Browser eine Menge Daten und mit der zugewiesenen IP lässt sich theoretisch jederzeit der Benutzer ermitteln. Übertragen auf die reale Welt wäre es so, als wenn jemand mit seiner Wohnadresse auf einem großen Schild durch die Fußgängerzone geht.

Der einfachste Weg, seine eigene Identität im Internet zu verschlüsseln, ist die Nutzung eines anonymen Proxy-Servers. Eine Liste mit diesen findet sich zum Beispiel auf http://www.samair.ru/proxy/. Allerdings sind solche freien Proxy-Server durch viele Nutzer sehr langsam und ermöglichen meist nur ein anonymes Surfen mit ISDN-Geschwindigkeit. Downloads oder Bandbreitenintensive Seiten werden damit zu einer wahren Tortur. Außerdem ist die Anonymität nur begrenzt, wenn der Proxy-Server überwacht wird, lassen sich schnell Rückschlüsse auf die Nutzer ziehen.

Ein schnelleres anonymes Surfen ermöglicht TOR (The Onion Routing, http://www.torproject.org/index.html.de). Der Nutzer muss einen Client installieren, über den die Verbindung aufgebaut wird. Der Client lädt sich dann eine Liste mit TOR-Servern herunter und baut zu einem eine verschlüsselte Verbindung auf. Dieser Server leitet die Daten dann über eine weitere verschlüsselte Verbindung zu einem zweiten und dritten Server weiter und erst der dritte übergibt die Daten an die Zieladresse (z.B. www.google.de). Der letzte Server ist ein sogenannter Exit-Node (Ausgangsknoten), von dem die Daten unverschlüsselt weitergegeben werden, wenn der User sie nicht zusätzlich verschlüsselt. Diese Routen ändern sich automatisch regelmäßig. Jeder Nutzer kann auch als selbst als Server auftreten. Das Prinzip von TOR basiert auf der grundsätzlichen Annahme, dass niemals große Teile des Internets überwacht werden können. Sollten aber viele TOR-Server überwacht werden, besteht die Möglichkeit, die wahre Identität der Nutzer aufzudecken.

Ein weiteres Programm zum anonymen Surfen ist JAP Anon Proxy (http://anon.inf.tu-dresden.de/index.html). Es arbeitet mit sogenannten Mix-Kaskaden, also Proxyserver-Ketten. Es gibt eine kostenfreie Version und eine kostenpflichtige. Die kostenpflichtige Version erlaubt ein schnelleres Surfen, normale DSL-Geschwindigkeit ist problemlos möglich, bei der kostenfreien Version wird selten mehr als ISDN-Geschwindigkeit erreicht, weil die Server meistens überlastet sind.

Eine 100% Sicherheit gibt es auch mit den Hilfsprogrammen noch nicht, sie verschleiern aber die Identität des Benutzers schon relativ gut. Und ein wenig Sicherheit ist immer noch besser als gar keine.

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