Wahlkampf im Netz

Einig waren sich die Wahlkampfstrategen schnell: Obamas Online Wahlkampf hat Maßstäbe gesetzt, von denen es zu lernen gilt. Und sie lernen immer noch.

Die Online Angebote der etablierten Parteien offenbaren schnell, worin das fundamentale Missverständnis besteht: Das Internet wird im Wesentlichen als weiteres Medium neben TV, Radio und Presse verstanden, in dem Wahlkampfbotschaften verbreitet werden können. Wenn überhaupt Ansätze von interaktiven Inhalten vorhanden sind, wird der Internetuser nicht als Diskussionspartner angesprochen sondern als eine Art digitaler Wahlplakatkleber, der für einfache Unterstützungsdienste angeworben werden soll.

Im Zentrum des Online-Wahlkampfs der CDU steht das Portal www.team2009.de. Was kann der User da tun? Er kann sich als freiwilliger für eine Telefonwerbeaktion registrieren lassen oder sein Bild in eine Unterstützer-Galerie für Angela Merkel aufnehmen lassen. Ansonsten kann er altbekannte Werbebotschaften konsumieren. Ach ja, geduzt wird er auch gleich. So einfach ist das: „Wählen Sie Angela Merkel!“ ist klassische Werbung „Wähle Angela Merkel!“ ist moderne Online-Kommunikation. Muss man auch erstmal drauf kommen!

Die SPD versucht Ihr Online-Glück auf www.meinespd.net mit ähnlichem Erfolg und mit gleichen Methoden. Wer das tun mag, kann sich auch hier als Unterstützer des Kanzlerkandidaten registrieren lassen und den Satz „Ich wähle Frank-Walter Steinmeier, weil…“ vervollständigen. Gegenwärtig liegen noch keine Berichte vor, dass der Server angesichts dieses sensationellen Angebots unter der Userlast zusammengebrochen ist.

Auch die drei Oppositionsparteien sind mit den Portalen www.mitmachen.fdp.de , www.meinekampagne.gruene.de und www.linksaktiv.de mit von der Partie.

Unfair wäre es allerdings, die Parteien darauf zu verweisen, dass die Piratenpartei ihnen doch vormacht, wie es geht. Parteiprogramme sind schwer zu vermitteln und wer de facto keines hat, ist in dieser Hinsicht klar im Vorteil: http://wiki.piratenpartei.de/images/2/20/Parteiprogramm_LaTeX.pdf lautet das diesbezügliche Angebot der Piraten, und das ist im Internet natürlich sehr gut kommunizierbar, da es sich nahezu ausschließlich mit dem Thema Internet beschäftigt. Die Piratenpartei genießt im Internet Heimvorteil. Das öffentliche Interesse an dieser Partei stieg stark an, als sie sich an die Spitze der Opposition gegen das Gesetz über Internetsperren setzte. Diese starke Fokussierung auf ein Thema erlaubt es der Piratenpartei, ihr Portal www.piratenpartei.de für freie Diskussionen zu öffnen. Hier ist der harte Kern Internetcommunity unter sich und diskutiert über die Freiheit des Internets. Meinungsfreiheit ist schön, wenn alle meiner Meinung sind!

VN:F [1.9.11_1134]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)

Ähnliche Beiträge:

  1. USB Surfstick Angebote im Vergleich Das mobile Surfen über Laptop ist deutlich einfacher geworden. Früher...
  2. Mobile Internetflatrates im Vergleich Als vor einigen Jahren die UMTS-Lizenzen von der deutschen Bundesregierung...
  3. Fonic Surfstick Prepaid O2 gehört mit dem firmeneigenen Discounter Fonic zu den wenigen...
  4. Vodafone Surfstick Auch der T-Mobile Konkurrent Vodafone bietet eine mobile Internetflatrate an....
  5. Identitätsdiebstahl im Internet – so schützen Sie sich? Identitätsdiebstähle gab es schon lange vor dem Internet, aber erst...

Post a Comment